Neuzeit

Das Goldene Zeitalter Bürgstadts begann im 16. Jahrhundert als der Ort mit seinen riesigen Weinlagen um das Sechsfache anwuchs. Das Kapital war der Wein. Mit diesem Geld wurde 1585 der Kirchturm aufgestockt und mit seiner markanten „Echter-Spitze“ versehen. 1590 wurde das neue Rathaus gebaut und gleichzeitig noch die Martinskapelle erhöht und generalsaniert.

Aber bereits jetzt zeichneten sich die Auswirkungen der Kleinen Eiszeit ab: Eiskalte Winter, trockene Sommer und Dauerregen lösten sich ab und verdarben den Wein. Ohne Wein kein Geld, ohne Geld kein Brot. Hunger machte anfällig für Krankheiten und Seuchen. Die Pest griff um sich. Schuldige wurden gesucht und gefunden. Es kam zu Hexenexzessen. Der 30-jährige Krieg zerstörte Ortschaft, Feld und Flur. Der Ort wurde zeitweise unbewohnbar, die Weinberge waren verwüstet.

Nach dem Krieg machte der neue Pfarrer Herpf eine Eingabe an das Kommissariat der Mainer Bischöfe, der Ort sei der ärmste und elendeste des ganzen Bistums Mainz. Erzbischof Johann Philipp von Schönborn verlieh daraufhin eine Jahrmarktsurkunde, mit der Bürgstadt am Sonntag nach Martini einen „Kerbemarkt“ abhalten durfte. Diese Urkunde führte zu einem Wiederaufstieg der Ortschaft und noch heute dürfen die Bürgstadter dank dieser Urkunde ihre „Gänskerb“ feiern.